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Meine Favoriten für den ESC

Ich habe sie alle angehört und es war schwieriger als im letzten Jahr; die Lieder des Eurovision Song Contest 2010 (kurz ESC) sind länderspezifischer als in den letzten Jahren. Das schlimme daran ist, dass die Lieder meistens auch noch schlecht gemacht sind. Ich bin ja auch kein sehr großer Freund des deutschen Beitrags, aber dazu komme ich nachher.

Zuerst mal meine einzelnen Bewertungen zu den Semi-Finals.

1. Halbfinale:
Im ersten Halbfinale sind direkt meine beiden Lieblingsländer aus Sicht des ESC, Portugal und Island. Portugal enttäuscht mich diesmal sehr. Mit der jungen Sängerin Filipa Azevedo werden sie die Erfolge der letzten Jahre nicht wiederholen können, wo sie jeweils im Mittelfeld des Finales gelandet sind. Wenn sie sich qualifizieren, können sie schon sehr froh sein.
Spannend ist der Beitrag von Island. Mit Hera Björk steht eine Künstlerin auf der Bühne, die nicht durch ihr Aussehen punkten will, sondern durch ihr Stimmvolumen. Und das hat sie. Ob sie ins Finale kommt, wird fraglich. Das Lied überzeugt nicht durch Spannung, kann aber evtl. auf Grund der schwachen Gegner trotzdem im Finale zu hören sein. Aber den Coup des letzten Jahres mit der Soulballade „Is it true“ von Yohanna, mit der Island den zweiten Platz belegen konnte, werden sie nicht wiederholen können.
Mit der Nummer 10 wird Belgien einen neuen Anlauf zur Finalteilnahme machen. Dieses Mal sollte es klappen, denn der Sänger Tom Dice überzeugt mit seinem Popsong „Me And My Guitar“ als belgischer James Blunt. Locker flockig sollte nach sechs Jahren wieder ein belgischer Song im Finale sein.
Das ausgedünnte erste Halbfinale wird einen weiteren Höhepunkt mit dem 16. Starter Weißrussland haben. Die Gruppe 3+2 wird das Lied „Butterflies“ singen, dass zunächst klassisch ruhig klingt, aber sich mit der Zeit steigert. Zum Schluss bleibt der Gedanke hängen, dass das Lied locker noch ne Minute dranhängen könnte. Und genau das scheint das Ziel zu sein, denn so bleibt das Lied als gut hängen und so werden auch sie es ins Finale schaffen.
In den britischen Wettbüros werden zwei weitere Nationen oben gesehen; Mit Griechenland ist ein Land mit vielen Nachbarn vorne, auch wenn ihr Stück mich nicht überzeugen konnte. Die Slowakei wird wohl auch weiterkommen, doch auch hier von mir eher eine schwache Bewertung.

2. Halbfinale:
Das zweite Halbfinale wirkt stärker, auch weil hier der Siegertitel dabei sein könnte (Gleich mehr). Trotzdem konnte ich hier auch nur zwei Stücke finden, die mich überzeugen.
Das dritte Lied des 2. Halbfinales wird aus Israel kommen. Der Sänger Harel Skaat erinnert mit seiner Stimme an den vor zwei Jahren startenden Boaz, der mit dem großen und reinem Volumen überzeugen konnte. Skaat startet mit dem Lied „Milim“, das wiedermal eine Ballade ist. Trotzdem kann man das Lied gut hören, wohl besonders durch die Stimme, die wohl auch im Finale eine starke Platzierung rausholen wird.
Direkt nach Israel startet Dänemark. Die Gewinnernation von 2000 hat einen alten Hasen des ESC nach Oslo gewählt; der schwedische Komponist Thomas G:son hat knapp 50 Titel für Vorentscheide eingereicht und durfte schon drei Mal im Endwettbewerb dabei sein. Das vierte Mal ist er mit den Künstlern Christina Chanèe und Tomas N’evergreen dabei. Das Lied ist „In A Moment Like This“ ist ein klassischer Popsong, wie er aus schwedischen Händen schon bekannt ist. Aber die Künstler nehmen durch ihre Ausstrahlung die gesamte Bühne ein und können dem Lied den nötigen Kick verleihen. Das macht Dänemark nicht nur zu einem Favoriten fürs Halbfinale, sondern auch fürs Finale.

Das Gewinnerlied:
Im zweiten Halbfinale habe ich bewusst ein Land rausgelassen, dass der größte Favorit für den Gewinn des ESC sein soll. Aserbaidschan schickt Safura nach Oslo, um die gute Platzierung des Vorjahres von AySel & Arash (3. Platz) zu wiederholen. Das Poplied „Drip Drop“ aus schwedischer Feder ist für die englischen Buchmacher der Favorit für den Sieg. Damit würde eine der jüngsten Teilnehmerländer gewinnen. Die Bevölkerung im Land ist verarmt, nur die Hauptstadt Baku gilt als pulsierend. Wie in vielen Ostblockländern herrscht hier die Korruption. Ob der Sieg dem Land gut tun würde, ist fraglich.
Doch die Buchmacher haben für viele noch eine Überraschung; der deutsche Beitrag von Lena Meyer-Landrut steht zur Zeit auf Platz 2, knapp hinter Aserbaidschan. Ob es für Lena reichen wird, bleibt abzuwarten, denn dafür gibt es mehrere Faktoren.

Die Siegesfaktoren:
Ein Faktor war schon immer die Partnerschaft zu Nachbarländern. Da Österreich dieses Mal nicht dabei ist, fallen die null Punkte schonmal weg. Trotzdem schneiden Ostländer untereinander besser ab. Ein weitere Faktor war früher auch die Stadtreihenfolge. Deutschland hat Startplatz 22 von 25. Da das Voting früher in einem Zeitfenster von 15 Minuten stattfand, konnte man sich an späte Lieder gut erinnern. Aserbaidschan könnte durch Lospech am Anfang kommen. Bleibt aber abzuwarten, wie sich eine Regeländerung auf diesen Faktor auswirkt; Das Televoting ist jetzt direkt nach dem Lied möglich. Da könnte für frühe Nummern auch einen Vorteil bedeuten, was laut Studien aber nicht der Fall sein soll. Auch die Performance beim Auftritt wird in die Endplatzierung einfließen. Da könnte die Ausstrahlung von Lena Wunder bewirken. Zuletzt noch der Jury-Eindruck. Seit dem letzten Jahr sind 50% der Punkte, die ein Land abgibt, durch die Jury bestimmt. Ein gutes Lied könnte da besser abschneiden. Sicherlich gibt es noch viele weitere Faktoren, auch länderspezifische, aber das würde hier zu weit führen.

Fazit:
Der Kampf um den Sieg wird aus deutscher Sicht entweder sehr spannend, oder eben nicht. Sicher ist wohl nur, dass bei einer ordentlichen Leistung von Lena auch eine gute Platzierung rausspringen könnte. Wenn dies so sein wird, dann wird der alte Fuchs Stefan Raab als neuer Ralph Siegel in die Geschichte eingehen.

Wer alles sehen möchte, dem sei folgende Sendungen ans Herzen zu legen:
25. Mai – 1. Halbfinale (ab 21:00 Uhr im NDR)
27. Mai – 2. Halbfinale (ab 21:00 Uhr in EinsFestival)
29. Mai – Finale (ab 21:00 Uhr in der ARD)

Der Kommentator ist jeweils Peter Urban. Die deutschen Punkte wird Hape Kerkeling vergeben.

Damit viel Spass bei der größten Musikshow der Welt!

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